Freitag, Oktober 12, 2007
Donnerstag, Mai 17, 2007
Verstecken ist für Verlierer
Der Held seiner Klasse war ein Junge, der für die Aufmerksamkeit des Pausenhofes alles von fiesen kleinen Kieselsteinen bis zu den längsten Würmern essen konnte ohne eine offensichtliche Magenverstimmung davonzutragen. Eifersüchtig beobachtet er immer die jubelnde und sogleich schockierte Menge die sich um den breit grinsenden Kerl versammelte. Mittlerweile trinkt der Typ auf Kirchweihen seinen eigenen Urin, für eine Handvoll Münzen und die Aufmerksamkeit einiger betrunkener Jugendlicher.
Sein bester Freund konnte ein Glas Bier ohne es mit den Händen zu berühren aufheben und leer trinken. Der stülpte erst seine Lippen komplett über das Glas und am Ende des Abends über den Mund einer der leicht bekleideten und einfachern Mädels in der Kneipe. Diese Mädels interessierten sich nie für ihn.
Einer der Handwerker die seine Garage mauerten hatte die Fähigkeit die schlecht tättowierte Frau auf seinem Oberarm durch Muskelzucken zu bewegen, die Männertruppe war begeistert aber seinen guten Karottensalat mit Kürbiskernen beachtet keiner.
Sogar seine Frau konnte etwas besonderes, und zwar ihre ganze Faust in den Mund stecken, ironischerweise brachte das keine Vorteile für ihn.
Aber jetzt ist es endlich soweit. In einer gemütliche Kafferunde zog er die Blicke auf sich durch seine Mütze und vorallem durch das was drunter war (oder besser was nicht mehr drunter war). Nach den ersten vorsichtigen Fragen, nahm er die Mütze ab und präsentierte seine neue nicht mehr ganz vorhandene Haarpracht. "Woher das kommt?" Ein griff an den Hinterkopf dort wo noch ein Großteil vorhanden war und er hatte einen dicken Büschel graue Haare in der Hand. Unter staunen legte er sie seinem Nachbarn auf den leeren Kuchenteller. "Wow" schallte es durch den Raum. Ein "Um Gottes Willen!" folgte als er stolz seine dicke Narbe quer über die rechte Brusthälfte zeigte und auf seine nicht mehr vorhandene Brustwarze hinwies. Endlich war es soweit, alle lauschten gespannt und schmatzend seinen Geschichten, sie wollten alles und noch mehr wissen. Es wird mehr Diabetikerkuchen bestellt und Cola light nachgeschenkt.
Welche Farbe sein Urin seit gestern hat erzählt er vor dem Essen keinem.
Dienstag, Mai 08, 2007
Dienstag, März 13, 2007
nur manchmal
Er ist perfekt.
Sie wollte ihn und sie bekam ihn.
Der Junge mit den abgefahrenen Haaren, mit denen nur sie spielen darf.
Er sagt ihr immer dass sie wie „Jack und Sally“ sind.
Er gibt ihr sein Lieblingssweatshirt. Auch zum Schlafen.
Er ruft sie um 3 Uhr früh an und fragt was sie gerade so treibt.
Er schreibt ihr jeden Morgen „Hey Babe hab nen schönen Tag“
Und er schleicht sich immer von hinten an sie heran um ihr was süßes ins Ohr zu flüstern.
Er nimmt sie mit auf ein Konzert seiner Lieblingsband.
Bei ihm fühlt sie sich immer besser, weil er genau das sagt was sie hören will.
Alle seine Freunde wissen, dass sie verliebt sind weil er es ihnen erzählt.
Er bleibt die ganze Nacht wach, wenn sie krank ist.
Wenn sie zusammen spazieren gehen, pflückt er Blumen und steckt sie ihr hinter ihr Ohr.
Sie können sich über die dümmsten Sachen streiten um sich am Schluss darüber kaputt zu lachen.
Wenn sie zusammen Eis essen gehen, tupft er ein bisschen auf ihre Nase .
Und dann verteilt sie den Rest in seinem Gesicht.
Er stellt sie seinen Freunden als „das coolste Mädel das er je getroffen hat“ vor.
Er beschenkt sie mit Schmuck und Hüpfbällen aus dem Kaugummiautomaten.
Sie spielen „fangen“ egal wo sie sind.
Wenn sie ihn sprechen hört verliebt sie sich jedes Mal aufs neue in ihn.
Er bespritzt sie mit einer Wasserpistole.
Sie legen sich zusammen unter die Sterne, um dann laut zu lachen weil sie so klischeehaft sind.
Sie ist sein ein und alles.
Er ist für sie noch mehr.
Und er betrügt sie auch nur noch manchmal.
Freitag, Februar 23, 2007
Eigentlich hasse ich Mobiltelefone aber das hab ich nun davon.
Ich kann von hier keine Uhr sehen und ich werde einen Teufel tun und mich von hier wegbewegen.
Mein Steiß drückt sich Stück für Stück durch meinen süßen Arsch auf die billige Pressspanplatte zu. Dieser ekelhafte Schmerz lenkt mich aber wenigstens von meinen eingeschlafenen weil eingezogenen Beinen ab. Meine Kommode ist nicht wirklich dafür ausgelegt hineinzukriechen um dort auf den Tod zu warten.
„Ich brauch doch keine Kommode, Mum! Meine paar Klamotten leg ich in ein Regal.“
„Des is doch nix Bub! Du brauchst was gscheits“
„Aber doch kei Kommode! Das is Geld- und Platzverschwendung…“
„Ach Bub, so was braucht ma scho wen man alleine wohnt. Die Oma bezahlts doch!“
Hätte ich damals nur nicht so rum gezickt und mich deshalb für die kleinste entschieden! Oder noch besser ich hätte einen richtigen großen Schrank verlangt. Aber 2 Stunden im Stehen wären auch nicht gut gegangen. Gott sei Dank hab ich eine Abneigung gegen Schubladen, die quietschen so eklig.
Das hab ich nun davon.
Es ist immer noch dunkel in meiner 25 qm großen Ein-Zimmer-Wohnung. Die einzigen Geräusche macht mein fetter Nachbar der wohl wieder bei runtergelassenem Rollo zu irgend einer Marschmusik in Unterhose durchs Zimmer stapft und seinem abartigen Stock rumschwingt. (Anm.d.A.: Es ist genau so wie es sich anhört)
Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sie das Zimmer stürmen. Sie werden die Tür eintreten, alles zertrümmern und erst gehen bis sie mich gefunden haben. Eigentlich ist es total lächerlich dass ich mich in der Kommode verstecke. Die haben doch sicherlich piepsende Geräte mit denen sie den gesamten Raum scannen und mich anhand meiner Körpertemperatur zusammengekauert in meiner Schrankkommode im Jugendstil finden.
Sie werden davor stehen und schmunzeln. Sie werden mich rauszerren und als erstes einfach mal zuschlagen. Nicht weil ich mich wehre sondern einfach nur um mich weich zu kochen, um klar zu stellen wer der „Boss“ ist.
Die letzten Momente meines Lebens werde ich wimmernd auf dem schlecht verlegten Parket verbringen.
Das hab ich davon.
Ich hätte mit ihr auf der Couch liegen und Schokoriegel essen können bis wir platzen. Vielleicht hätte ich mit meinen Kumpels eine kleine Band gegründet und wir hätten uns wöchentlich zum proben getroffen. Eigentlich nur um zusammen ein paar Bier zu trinken und zu quatschen. Und mit Anfang vierzig hätte ich mich zu einem Tanzkurs überreden lassen damit sie mich nicht verlässt für einen viel jüngeren freiheitsliebenden spirituellen Spinner.
Aber ich wollte ja nur cool sein.
Das hab ich davon.
Mittwoch, Februar 07, 2007
Mein Leben nach dem "Naked Magazine"
Die Ausgabe erschien und am ersten Tag geschah nichts, gar nichts. Doch dann rollte die Internet-hype-lawine über mich hinweg. Es fing an mit ein paar emails, "Hi toller Artikel im Naked Magazine! Darf ich dich Fragen was deine Lieblingsfarbe ist." Irgendwann war ich den ganzen Tag damit beschäftigt E-Mails zu beantworten, Telefonate zu führen und MySpace Freundesanfragen zu genehmigen. Der Stern rief genauso an wie ProSieben. Sie wollten Interviews, naja eher dumme Fragen stellen.
"Was haben sie vorher gemacht?"
"Wie kommts zu diesem ausgefallenen Schreibstil?"
"Und für ihre weiblichen Fans, sind sie noch zu haben?"
Mittlerweile habe ich dafür einen Manager. Ein schmieriger Typ in einem italienischen Anzug aus der vorletzten Sasion. Er hat wohl schon einige Internetentdeckungen gemanaget. Leider gehen diese Trends meistens an mir vorbei, deshalb konnte ich mit den Namen die er stolz aufsagte, nicht wirklich was anfangen. "Stephano der einarmige Pizzabäcker aus Aachen, von Youtube! Der war was ganz großes, hatte viel Talent der Junge. Leider hat ihn die Kokainsucht in die Knie gezwungen. Ich hab gesagt, er soll damit Verantwortungsbewusst umgehen. Ich hoff du bist Verantwortungsbewusst, hab nämliche die besten Quellen für das Weiße Teufelszeug!", wahrscheinlich hab ich ihn deshalb ausgewählt und bis jetzt hat er mich nicht enttäuscht.
Er hat auf alle Fragen eine passende, moderene und web 2.0 mäßige Antwort. Als ich neulich den Sternartikel gelesen hab, war ich über meine gekonnten Konter verblüfft. Ich hoffe mein Deutschlehrer hat das gelesen, somit hab ich nämlich bewiesen das man auch mit einer 6 in Rechtschreibung Erfolg haben kann.
"Aber wie kann man damit Geld verdienen?", ist eine der häufigsten Fragen. Mein Manager hat zwar so eine schöne verschleiernde Antwort darauf, aber ich muss ehrlich sagen ich weiß es auch nicht. Von jetzt auf nachher kriegt man alles geschenkt und hat für alles einen Angestellten. Ich hab keinen Ahnung wer das schöne schwarze MacBook oder das Büro mit den Marmorfliesen bezahlt. Ich vielleicht. Aber ganz sicher bin ich mir nicht, den ich hab nie irgendwo meine Kontodaten hinterlegt.
"Mein Sohn pass auf das die dich nicht über den Tisch ziehen und morgen alles weg ist", riet mir mein Vater. Er hat bestimmt Recht, für das MacBook hab ich schon ein passendes Versteck gefunden.
Ich kümmer mich sonst eigentlich auch garnicht um diese Sachen. Das einzige wo man aufpassen muss, ist bei dem Gevögel. Frauen teile ich seit dem in "Groupies" und "Fans" auf. Groupies sind zum vögeln da, das wissen bzw wollen sie auch. Man nutzt sie am besten verhütet in größeren Mengen. Sie wollen nur das eine und das sagen sie einem meisten laut schreiend. Viele von ihnen wissen glaub ich auch gar nicht was ich mache, die eine hielt mich doch glatt für den Sampletypen einer komischen Newcomer Band. Ganz anders sind die Fans. Sie lieben dich, auch wenn sie sich in Foren auskotzen wie "Mainstream" man geworden ist seit dem man bekannt ist, aber wer liest schon Foren. Fans wissen alles über dich, sogar Sachen die nicht von meinem Manager erfunden wurden und sie wollen immer noch mehr wissen. Mit diesen Mädels darf man nicht ficken. Sie wollen liebe und "am Strand spazier geh" Beziehungen und sobald man sie zu nahe ranlässt holen die sich das auch. Oder einer von beiden stirbt.
Mit ein bisschen Übung lernt man sie zu unterscheiden.
Wenn mich jemand fragt ob ich mal "Blockstar" werden wollte, kann ich nur lachen. Ich wollte immer Wirtschaftsinformatiker werden oder Radiomoderator oder Weirdstageactor, aber erfolgreicher Blogger? Nein.
Und das alles habe ich eigentlich dem Naked Magazine zu verdanken.
Ausgabe 2 wohlgemerkt.



