Freitag, Februar 23, 2007

Eigentlich hasse ich Mobiltelefone aber das hab ich nun davon.

Seit 2 Stunden. Oder schon 3?
Ich kann von hier keine Uhr sehen und ich werde einen Teufel tun und mich von hier wegbewegen.
Mein Steiß drückt sich Stück für Stück durch meinen süßen Arsch auf die billige Pressspanplatte zu. Dieser ekelhafte Schmerz lenkt mich aber wenigstens von meinen eingeschlafenen weil eingezogenen Beinen ab. Meine Kommode ist nicht wirklich dafür ausgelegt hineinzukriechen um dort auf den Tod zu warten.

„Ich brauch doch keine Kommode, Mum! Meine paar Klamotten leg ich in ein Regal.“
„Des is doch nix Bub! Du brauchst was gscheits“
„Aber doch kei Kommode! Das is Geld- und Platzverschwendung…“
„Ach Bub, so was braucht ma scho wen man alleine wohnt. Die Oma bezahlts doch!“


Hätte ich damals nur nicht so rum gezickt und mich deshalb für die kleinste entschieden! Oder noch besser ich hätte einen richtigen großen Schrank verlangt. Aber 2 Stunden im Stehen wären auch nicht gut gegangen. Gott sei Dank hab ich eine Abneigung gegen Schubladen, die quietschen so eklig.
Das hab ich nun davon.
Es ist immer noch dunkel in meiner 25 qm großen Ein-Zimmer-Wohnung. Die einzigen Geräusche macht mein fetter Nachbar der wohl wieder bei runtergelassenem Rollo zu irgend einer Marschmusik in Unterhose durchs Zimmer stapft und seinem abartigen Stock rumschwingt. (Anm.d.A.: Es ist genau so wie es sich anhört)
Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sie das Zimmer stürmen. Sie werden die Tür eintreten, alles zertrümmern und erst gehen bis sie mich gefunden haben. Eigentlich ist es total lächerlich dass ich mich in der Kommode verstecke. Die haben doch sicherlich piepsende Geräte mit denen sie den gesamten Raum scannen und mich anhand meiner Körpertemperatur zusammengekauert in meiner Schrankkommode im Jugendstil finden.
Sie werden davor stehen und schmunzeln. Sie werden mich rauszerren und als erstes einfach mal zuschlagen. Nicht weil ich mich wehre sondern einfach nur um mich weich zu kochen, um klar zu stellen wer der „Boss“ ist.
Die letzten Momente meines Lebens werde ich wimmernd auf dem schlecht verlegten Parket verbringen.
Das hab ich davon.
Ich hätte mit ihr auf der Couch liegen und Schokoriegel essen können bis wir platzen. Vielleicht hätte ich mit meinen Kumpels eine kleine Band gegründet und wir hätten uns wöchentlich zum proben getroffen. Eigentlich nur um zusammen ein paar Bier zu trinken und zu quatschen. Und mit Anfang vierzig hätte ich mich zu einem Tanzkurs überreden lassen damit sie mich nicht verlässt für einen viel jüngeren freiheitsliebenden spirituellen Spinner.
Aber ich wollte ja nur cool sein.
Das hab ich davon.